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      Der andere Blick

20.03.2018

"Es ging uns noch nie so gut, wie heute" (sinngemäß zitiert)

Sind  Sie auch dieser Meinung?

Heute streiken Teile des öffentlichen Dienstes um 6% mehr Gehalt. Warum streiken sie?

Auch sie wollen von ihrem Einkommen leben können und nicht zum Berufsstress noch den Stress relativer Armut aushalten müssen.

Gegenüber bestimmten Berufsgruppen ist jeder andere relativ arm. Aber nicht jeder weiß es, bevor er es nicht selber extrem spürt. 

Wir haben ja alle mit bekommen, wie ein Herr Jens Spahn lächelnd behauptet, Hartz IV sei ausreichend.
Sicher sagen auch viele, die Einkommen im öffentlichen Dienst seien ausreichend. 
Eigentlich könnte man ja auch behaupten, alles, was einen vor dem Verhungern und Verdursten bewahrt, sei ausreichend. 
Dabei werden Gruppen gezielt vom gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt.
Interessant ist es, dass es immer die Einkommensgruppen drüber sind, die das Einkommen der unteren für ausreichend hält. Und wenn sie dann selber betroffen sind, weil die Gruppe über ihnen behauptet, sie habe ein ausreichendes Einkommen, wehren sie sich. 
Das bedeutet: Es wird sich erst bei eigener Betroffenheit gewehrt. Vorher wird nicht erkannt, wie Gruppen gegeneinander ausgespielt werden, damit kein Klassenkampf entsteht, sondern eine Schlammschlacht, die nur denen nutzt, die sorglos auf Kosten der Arbeitenden, Arbeitslosen, Ausgegrenzten, nicht Willkommenen, Abgelehnten usw. lächelnd sagen können: "Deutschland geht es so gut wie nie." oder eben auch "Hartz IV ist ausreichend." 

Richtig wäre es, wenn sich immer dann, wenn sich eine Gruppe wehrt, die anderen solidarisch dazu gesellen und unterstüzen.
So wäre die Solidarität gewahrt, die durch die Herrschenden und das herrschende Kapital (der Begriff "Kapital", somit auch das Wort "Kapitalismus" beinhaltet nichts vom Menschen.)
Der Mensch muss wieder ein sozialeres Wesen werden, woraus dann im Idealfall ein sozialerer Staat werden könnte.

Mit auf die Straße gehen, wenn Menschen für ihre Rechte oder für gerechtes Einkommen streiken. 
Meckern über nicht fahrende Busse, Züge und Bahnen war gestern, heute ist Solidarität angesagt. 

Die Auswirkungen auf den Rhein-Sieg-Kreis und Bonn sind hier zu lesen.

http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/stadt-bonn/Das-m%C3%BCssen-Pendler-und-Eltern-zum-Streik-wissen-article3810372.html