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      Der andere Blick

12.04.2018

Katja Kipping war in Königswinter

Katja Kipping wurde vom neugegründeten Ortsverband Die Linke Königswinter eingeladen
zum Rechtsruck der Gesellschaft zu referieren mit anschließender Diskussion.

Das Thema lautete:

„Für eine neue Dynamik von Links

Gegen Rechtsruck und ein neoliberales Weiter-So.“

Nun will ich nicht über den Abend schreiben, sondern über mein Resumee, das ich zog.


Zu Beginn sprach Katja Kipping darüber, dass sehr viel z.B. über „vermummte Frauen“ berichtet würde, aber kaum über die Armut der Männer und Frauen und Kinder.

Später ging es um die Militarisierung natürlich verbunden mit Kriegen.

Und hier fängt dann mein Resumee an.:


Die Berichterstattung über „vermummte Frauen“ als Beispiel hat, so glaube ich, einen Sinn.
Die AfD setzt da an und erzeugt Angst. Sie macht Menschen Angst mit Hirngespinsten einer angeblichen Gefahr. 
Die Phantasie des Einzelenen kann das wunderbar ausbauen und schon laufen viele zur AfD über.
Menschen wählen die AfD, weil sie meinen, Angst wäre richtig in der Situation, quasi normal, und nur die AfD versteht sie und will konsequent gegen die Ursachen handeln.

Und jetzt stellen uns mal vor, die Berichterstattung würde sich massenweise mit der Armut in Deutschland befassen. Da könnten auch die Ängstigen nicht vorbei schauen. Medien haben ja die Aufgabe zu informieren und wenn täglich immer über das gleiche Thema, vorzugsweisen in allen adäquaten Sendungen, berichtet wird, geht es in die Menschen ein. 
Beim ersten Thema, über das täglich berichtet wird, erzeugt es Angst.
Was würde denn erzeugt, bei täglichen Berichten über Armut?

Wissen Sie was? Wut würde erzeugt, absolute Wut, denn es wäre erkennbar, dass die, die Nebenschauplätze öffnen, aufzeigen wollen, wovor wir Angst haben sollen, erklären, warum Kriege sein müssen, und warum auch Deutschland Krieg führen muss, verantwortlich sind,für die Gesamtsituation.

Jetzt kann man natürlich denken, Quatsch, das weiß doch jeder.

Wie macht man das bei Kindern, wenn sie einen Spritze bekommen sollen? Man lenkt sie ab. 

Mit Angst haben Mächtige schon immer gearbeitet, auch die Christliche Kirche. 

Angst verhindert das Erkennen der Realität und die angemessene Reaktion auf diese. 

Es wird mit Sündenböcken gearbeitet, was eine uralte Taktik ist, u.a. auch in Anatolien schon früh verwendet wurde.


Wissen Sie, was ich nicht verstehe?

Und jetzt kommen wir zum nächsten Punkt der gestern Abend Thema war: Die Militarisierung.

Ich will jetzt gar nicht davon sprechen,wie verpflichtet Länder in Bündnissen sind, andere Länder mit Krieg zu überziehen oder wie sie verpflichtet werden, immer mehr für Rüstung auszugeben. Nein,darüber will ich gar nicht reden.
Ich will den Bogen schlagen zwischen gewünschter Angst vor allem möglichen, vorzugsweise Terroristen, wobei, nicht ganz so, vor Naziterroristen nicht, sondern vor „muslimischen Terroristen“
und der fehlenden Angst vor Kriegen, in die deutsche Soldaten verwickelt werden. 

Was Soldaten sind, dazu komme ich später.

Wenn wir uns das Bildungssystem anschauen stellen wir fest, oder anders, ist es selbst bei der unicef klar, dass in Deutschland keine gleichen Bildungschancen für alle bietet. 
Keine Chancengleichheit für Kinder, die in Armut leben, die dort leben, wo Wohnungen für sie bezahlbar sind und wo sich dann Gettos bilden. Man nennt sie dann oft „Sozial schwach“ obwohl sie lediglich „finanziell schwach“ sind und die sozial schwachen die sind,die Armut erzeugen.

Man nimmt so den Kindern die Zukunft. 
Aber eigentlich ja nicht schlimm, denn man bietet ihnen dafür ja eine andere Zukunft.
Denn da gibt es bei der Bundeswehr Spezialisten, die gehen in Uniform in die Schulen und werben bei den Kindern für die Bundeswehr. 
Job, Karriere, Führerschein, Reisen, Kameradschaft. Ja, was soll man denn dazu noch sagen?
Ist doch toll, oder?

Nein, ist es nicht.
Was man ihnen nicht erzählt, ist das Entscheidende. 
Es ist erlaubt zu sagen „Soldaten sind Mörder“ , ungestraft.
Wenn man sich anschaut, was sie lernen, würde ich sagen, potentielle Mörder. Das soll nicht abschwächen, sondern nur sagen: nicht jeder kommt in die Situation zum Mörder zu werden.

Aber sie lernen in der Grundausbildung, an der immer mehr Minderjährige teilnehmen, töten. 
Klar, töten ist das Handwerk des Soldaten. 
Soldaten werden auf Gehorsam gedrillt. Wenn sie nicht gehorchen, Strafe. 
Soldaten gehen in andere Länder, weil ein Bündnis es verlangt. 
Zukunft, Reisen, Job, Führerschein, Kameradschaft – und im Krieg verrecken, in Stücke gebombt werden, zerstückelt im Sarg zurück kommen oder auch gar nicht, vielleicht aber auch die mildere Form, die posttraumatische Belastungsstörung.

https://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/bundeswehr-ptbs-die-soldatenseuche/19858456.html

Und was ich überhaupt nicht verstehe:

Da gibt es viele Eltern und Großeltern selbst Urgroßeltern, die Angst vor „Fremden“ haben, vor allem, was fremd ist, die den Mächtigen und den Hirnlosen der AfD alles glauben, die aber überhaupt keine Angst haben oder nicht verstehen, dass ihre Kinder vielleicht in Kriege geschickt werden und sie sie nie mehr wieder sehen oder sie totat verändert wieder sehen.

Wie kann man bei dieser realen Gefahr nicht seine Kinder schützen, ihr Leben schützen, und immer wieder die wählen, die der Rüstungsindustrie Streicheleinheiten schenkt in Form von Kriegen. 

Wie kann man das tun und nicht reagieren. 

Denn eins ist doch klar:

Soldaten sind Menschen, jemandes Kinder, Enkelkinder, Urenkelkinder, Männer, Väter, Frauen. 

Man muss sie schützen, bevor die Bundeswehr ihnen die Zukunft nimmt durch ein schlechtes Bildungssystem und/oder die Kriege, die sie beschädigen, wie auch immer.


All das habe ich durch den Vortrag von Katja Kipping verstanden und möchte es jedem sagen, der es liest.

Nach dem Vortrag entwickelte sich noch eine interessante und lebhafte Diskussion.
Ein Störenfried war da, den man eher aus der AfD vermutet hätte, aber er stammte aus einer Verantwortung tragenden aber ihr nicht gerecht werdenden Partei, die ich namentlich nicht nennen will, es wäre peinlich für sie.