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      Der andere Blick

Pressemitteilung von Dienstag, 20. Februar 2018 Rhein-Sieg-Kreis 

Pius XII. und der Holocaust    

Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe 2018 der Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“   Rhein-Sieg-Kreis (hei) – 

Die Gedenkstätte "Landjuden an der Sieg" bietet einen interessanten Vortrag mit dem Titel "Pius XII. und der Holocaust" an.   Die bevorstehende Seligsprechung Papst Pius XII. hat die Debatte um seine Rolle während des Zweiten Weltkriegs neu angeheizt. Hätte der Papst die Gräueltaten Hitlers stoppen können, indem er Krieg und Judenverfolgung öffentlich verurteilte?   Der Historiker und Journalist Michael Hesemann ist den Vorwürfen um das "Schweigen des Papstes" auf den Grund gegangen: Er hat sämtliche Erkenntnisse der neuesten historischen Forschung über das Pontifikat Pius XII. zusammengetragen und Einblick in die vatikanischen Archive genommen. Hesemann zeigt aus erster Hand, dass Eugenio Pacelli bereits als Nuntius in Deutschland 1924 die "vulgäre und brutale Kampagne" der Nazis gegen Katholiken und Juden beklagte. Als Kardinalstaatssekretär musste er notgedrungen 1933 das Reichskonkordat unterzeichnen, um die Kirche in Deutschland zu retten. Für Papst Pius XI. entwarf er den Text für die berühmte Enzyklika "Mit brennender Sorge", die 1937 den Nationalsozialismus verurteilte und sofort zur Verschärfung der Lage der Christen im Deutschen Reich führte. Selbst zum Papst gewählt, konnte Pius XII. nur mehr im Geheimen agieren und rettete nahezu einer Million Juden das Leben. Dabei arbeitete er mit dem deutschen Widerstand zusammen, dessen Ziel es war, Hitler zu stürzen. Der Papst trotzte fortan nach Kräften dem braunen Diktator und wurde zum subtilen Gegenspieler des Nazi-Terrors.   Der Referent, Michael Hesemann, wurde 1964 in Düsseldorf geboren. Er studierte Geschichte an der Universität Göttingen und lebt heute als Schriftsteller und Fachjournalist für Kirchengeschichte in Düsseldorf und Rom. Seine 36 Bücher sind in 14 Sprachen übersetzt und internationale Bestseller. Hesemann ist deutscher Repräsentant der New Yorker "Pave the Way-Foundation", die sich für den interreligiösen Dialog zwischen Juden und Christen engagiert. Seine Entdeckungen zur Rolle des Vatikans als Gegenspieler des Nazi-Regimes sorgten weltweit für Schlagzeilen. Papst Benedikt XVI. dankte dem Rheinländer ausdrücklich für seine "wichtige Arbeit".   Der Vortrag findet am Sonntag, 11.03.2018, von 14.45 Uhr bis 16.15 Uhr, in der Gedenkstätte "Landjuden an der Sieg", Bergstraße 9, 51570 Windeck-Rosbach, statt; der Eintritt ist kostenfrei.           Kontakt: Gedenkstätte "Landjuden an der Sieg" c/o Archiv des Rhein-Sieg-Kreises (Kreishaus) Kaiser-Wilhelm-Platz 1 53721 Siegburg Tel.: 02241 / 13-2928 Fax: 02241 / 13-3271 E-Mail: gedenkstaette@rhein-sieg-kreis.de Internet: www.rhein-sieg-kreis.de/gedenkstaette   Bis voraussichtlich Mitte 2019 ist die Gedenkstätte (Museumsgebäude) wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Die Veranstaltungsreihe ist hiervon nicht betroffen und findet wie angekündigt statt.